Ursprung

Hunde, Katzen, Pferde, Orang Utans, Hamster, Schneeleoparden, Elefanten, Wale, Kakadus, Lamas, Schimpansen, die Liste der Tiere, denen mit Tellington-TTouch geholfen werden konnte, ist inzwischen zu lang, um sie vollständig machen zu können. Die Arbeit von Linda Tellington-Jones führte sie in fast alle Teile der Erde und überall sammelte sie Erfahrungen mit Tieren. Diese Erfahrungen begannen schon früh mit ihren speziellen Freunden, den Hunden. Schon als Dreijährige hatte sie sich den Farmhund als Freund auserkoren und hatte im Laufe ihres Lebens verschiedene andere Hundefreunde. Einer von ihnen war der sehr scheue Halbkoyote ihres Grossvaters. Mit neun Jahren bekam sie dann ihren ersten eigenen Hund, einen Collie mit dem berühmten Namen Lassie.
Mit ihrem ersten Mann züchtete sie auf ihrer Pferderanch mehr als 10 Jahre lang Deutsche Doggen.  Entwicklung der Tellington TTouch Methode

Es war Mitte der 70er Jahre als sie die Tellington TTouch Arbeit mit Pferden entwickelte. In dieser Zeit begann sie, die Feldenkrais-Methode zu modifizieren, die sie während der vierjährigen Ausbildungszeit bei Dr. Moshe Feldenkrais für Menschen erlernt hatte. Die Feldenkrais-Methode wird zur Stärkung von körperlichen Fähigkeiten und zur Verbesserung des menschlichen Lernvermögens angewandt. Sie ist auch eine sanfte und erfolgreiche Mehtode, um Schmerzen zu lindern und die Rehabilitation nach Verletzungen zu beschleunigen. In der frühen Phase der Methodenanpassung für die Arbeit mit Tieren enwickelte sie ungewöhnliche Bewegungsmuster, sogenannte „Bewusstsein-durch-Bewegung-Bodenübungen“, die das Verhalten von Pferden positv beinflussten. Durch die Übungen konnte sie die Verweigerungshaltung eines Pferdes überwinden und es zur Kooperation und Mitarbeit veranlassen. Auch die Balance und die Koordination des Pferdes verbesserten sich. Die Feldenkrais-Körperarbeit, bekannt als „Funktionale Integration“, war sehr effektiv zur Beseitigung von körperlichen Problemen bei Pferden. Sie war aber Laien schwer zu vermitteln und von den Besitzern nicht umzusetzen. Ende der 70er Jahre diskutierte Linda mit ihrer Schwester einen Namen für die neue Methode. Sei einigten sich auf T.E.A.M., die Abkürzung für Tellington-Equine-Awareness-Method (Tellington-Pferde-Bewusstheit-Methode). Damals konnten die beiden sich nicht vorstellen, dass sich die Arbeit auch auf andere Mitglieder des Tierreiches übertragen lassen würde. Mitte der 80er Jahr kamen die kreisenden TTouches hinzu. So entstand TT.E.A.M. als Synonym für Tellington-Touch-Every-Animal-Method (Tellington-Touch-Alle-Tiere-Methode). Nun sprechen wir vereinfacht von der Tellington TTouch Methode.  Erste Erfolge

Der erste Hund, dem sie auf diese neue Weise helfen konnte, war ein extrem nervöser, hyperaktiver und aus Angst beissender und bellender Australischer Schäferhund. Das war Ende der 70er Jahre, als die ihre Methode für Pferde weiter ausbaute. Es war ihr klargeworden, dass verspannte und nervöse Pferde eine hohe Kopfhaltung haben und man ihre Persönlichkeit und ihr Verhalten kurzfristig verändern konnte, wenn man sie vom Boden aus dazu brachte, den Kopf tiefer zu tragen. Konnte dieses Prinzip nicht auch für Hunde gelten? Dieser spezielle Australische Schäferhund war ungewöhnlich „hochtragend“, ging mit steifen, kurzen Schritten und bellte unkontrollierbar. Als Linda Tellington-Jones an seinem Rumpf, seinen Ohren und am Hals arbeitete, um ihn zum Kopfsenken zu veranlassen, beruhigte sich seine Atmung, sein Schritt wurde lockerer und er wurde entspannter. In den kommenden Jahren hatte sie die Möglichkeit, an vielen verschiedenen Hunden mit psychischen Auffälligkeiten und Verhaltensproblemen zu arbeiten und ihre Erfahrungen zu machen.  TTouch – Die andere Berührung

Der entscheidende Durchbruch gelang 1983, als der Tellington-Touch „geboren“ wurde. Die Frau eines Tierarztes, der Kurse für Linda organisierte, bat sie, ihre Stute anzusehen, die weder geputzt noch gesattelt werden wollte, ihre Ohren anlegte und mit Schweif und Beinen schlug, sobald sie berührt oder gestreichelt wurde. Linda machte die sanften Feldenkrais-Bewegungen an ihrem Körper und die Stute wurde ruhig und nachgiebig. Ihre Besitzerin war erstaunt, dass ihr Pferd plötzlich wie verwandelt war und fragte nach Lindas Geheimnis. Linde wusste, dass die Erklärung für das was sie tat, schwierig und komplex war, also sagte sie einfach: „Kümmere dich nicht darum, was ich tue. Lege einfach deine Hand auf dein Pferd und bewege die Haut sanft im Kreis.“ Die Pferdebesitzerin folgte sofort dieser Anweisung und nach einigen Minuten sanfter Kreise, entspannte sich die Stute, schloss halb die Augen und genoss den Kontakt. Selbst Linda war erstaunt über diese Wirkung und fing an, mit verschiedenen Kreisbewegungen zu experimentieren. Von diesem Tag an machte sie Kreise mit unterschiedlichen Handhaltungen und Druckstärken.  Dokumentation der Arbeit

Im Laufe der nächsten Jahre dokumentierte Lindas Schwester Robin was Linda tat. Sie klassifizierte und fasste zusammen, in welcher Weise Linda ihre Hand hielt. So entstanden die verschiedenen Tellington-Touches.
1987 entschlossen sie sich, ihr Konzept für alle, die die Methode noch nicht kannten, zu vereinfachen. Von nun an war das doppelte „TT“ das Markenzeichen für Tellington-Touch. Gleichzeitig entschieden sie, den TTouches Namen zu geben, die leicht zu merken sind und die eine Verbindung zu den Tieren darstellten, mit denen Linda gearbeitet hatte.
Der Python TTouch zum Beispiel wurde nach der Pythonschlange Joyce benannt, einer vier Meter langen Burmesischen Python, die Linda in einem Tierpark in Temecula, Kalifornien, kennenlernte. Sie hatte eine immer wiederkehrende Lungenentzündung, die mit tierärztlicher Hilfe nicht zu heilen war. Linda versuchte, durch vorsichtiges Heben und langsames Senken des Körpers die Lunden zu aktivieren, und tatsächlich wurde Joyce wieder gesund. Linda denkt oft an Joyce, wenn sie die Python TTouches macht. Der Wolken Leopard TTouch stammt von einer jungen Leopardin, die in einem Zoo in Los Angeles lebte. Sie war zu jung entwöhnt worden und hatte einen neurotischen Tret- und Saugreflex, der durch die Bewusstheitsförderung mit kleinen Kreisen an Maul und Pfoten verringert werden konnte.
Textauszüge aus " Tellington-Training für Hunde" mit freundlicher Genehmigung vom Kosmos Verlag, Stuttgart 
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